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  • Der Dadaistenskandal
  • Die Dresdner Kaufrnannschaft äußert sich zu dem unwürdigen Verlauf des Dadaistenabends im Saale der Dresdner Kaufmannschaft wie folgt: Die Saalverwaltung trägt an den vorgekommenen Lärmszenen, die sich zwischen den Rednern der Dadaisten und dem Publikum abspielten, keinerlei Schuld. Veranstalterin des Vortragsabends war die bekannte Konzertdirektion Schönfelder, die gleich anderen hiesigen Konzert- und Vortragsunternehmungen schon zu vielen Malen den Saal gemietet und bisher zu keinerlei Klagen Anlaß gegeben hatte. Es war auch ein Zusammenstoß zwischen dem in seinen Erwartungen getäuschten Publikum und den Sprechern der Dadaisten nicht vorauszusehen, da die Beurteilung der geistigen Beschaffenheit des Vortragsstoffes nicht Sache des Saalvermieters ist, auch politische Verhandlungen ausscheiden. Die Verantwortung für die Ausbrüche ungezügelten Benehmens kann nur auf die Konzertdirektion Schönfelder fallen, deren Sache es auch sein wird, den guten Ruf ihrer Veranstaltungen durch sorgfältigste Auswahl der Vortragsangebote wieder herzustellen.
    (Wir hatten bereits in unserer letzten Dienstag-Nummer festgestellt, daß die veranstaltende Konzertdirektion von allen guten Geistern verlassen gewesen sein muß, als sie dem 'Dadaismus' den Weg nach Dresden öffnete.)
  • TEXT CREDITS
    'Der Dadaistenskandal', in Dresdner Lokal-Anzeiger January 22, 1920. Reprinted in Karin Füllner, Dada Berlin in Zeitungen. Gedächtnisfeiern und Skandale. Veröffentlichungen des Forschungsschwerpunkt MuK 43 (Forschungsschwerpunkt MuK an der Universität - Gesamthochschule Siegen : Siegen 1986) 50.
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  • IMAGE CREDITS
    banner: (detail) Raoul Hausmann, 'Mechanischer Kopf' (Der Geist unserer Zeit), 1918 [Collection Centre Georges Pompidou, Paris].
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