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  • Eine Gedächtnisfeier für gefallene Dichter
  • veranstalteten die Herren Hugo Ball und Richard Huelsenbeck im Architektenhause. Von den gefallenen Dichtern Ernst Stadler, Wilhelm Lotz, Hans Leybold und dem Franzosen Charles Péguy fand jeder seinen Sprecher, der in kurzen Worten die Eigenart des Geschiedenen behandelte. Wer etwa gekommen war, etwas von Stimmung zu finden, die doch von einer Gedächtnisfeier untrennbar zu sein pflegt, war arg enttäuscht. Von den Sprechern fand nur A.R. Meyer für Ernst Stadler einen warmeren Ton, sonst lag nur etwas kalt Referierendes in den Reden, die sich lediglich an den Verstand wendeten, aber das Herz dabei frieren ließen. Auch die Rezitatorin des Abends, Frau Resi Langer, konnte durch den Vortrag von Versen der toten Dichter eine größere Warme nicht hervorrufen. Die Richtung, die hier vertreten war, zersetzt, klügelt, phrasiert, aber den lachenden, warmenden Sonnenschein der echten deutschen Poesie kennt sie nicht.
  • TEXT CREDITS
    rck., 'Eine Gedächtnisfeier für gefallene Dichter', in Der Tag Ausgabe A (Morning Issue) Nr. 82/83, 14 February 1915. Reprinted in Karin Füllner, Dada Berlin in Zeitungen. Gedächtnisfeiern und Skandale. Veröffentlichungen des Forschungsschwerpunkt MuK 43 (Forschungsschwerpunkt MuK an der Universität - Gesamthochschule Siegen : Siegen 1986) 7 and in Dada and the Press / ed. by Harriett Watts. Crisis and the Arts. The History of Dada, IX (Thomson/Gale : New Haven etc. 2004) 92-93.
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  • IMAGE CREDITS
    banner: (detail) Raoul Hausmann, 'Mechanischer Kopf' (Der Geist unserer Zeit), 1918 [Collection Centre Georges Pompidou, Paris].
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