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arbeitsrat für kunst

  • Zur Einführung der Arbeitsrat für Kunst
  • veranstaltete im Frühjahr 1919 unter seinen Mitgliedern eine Umfrage in der Absicht, die Stellung der Künstler zu den Bewegungen der Zeit zu klären und eine, wenn auch nur im großen und ganzen, einheitliche Basis zu suchen, auf welcher sich ein gemeinsames Werk von Künstlern verschiedener Art, Malern, Bildhauern und Architekten, aufbauen kann. Der Arbeitsrat für Kunst will nicht die Anzahl der bereits bestehenden Künstlervereinigungen um eine weitere vermehren, er sieht seine Existenlberechtigung und -notwendigkeit darin, die Arbeitsgemeinschaft aller Künstler im sichtbaren Werk einmal durchzuführen und damit die zerrissenen Künste zusammenzuschließen.
  • Dieses Buch enthalt eine Auswahl der eingelaufenen Antworten auf die Fragen. Die abgebildeten Werke von Künstlern des Arbeitsrats bilden zum Teil die alleinige Antwort und bekräftigen insgesamt diese Willenskundgebung, deren spontane und von den Verfassern ursprünglich keineswegs für den Druck bestimmte Äußerungen unmittelbarer und deutlicher zeigen, was die aktiven Kräfte in der heutigen Künstlergeneration wollen, als dies logisch und dialektisch unanfechtbare Deduktionen tun würden. Deshalb ist die aus der Bewegtheit des revolutionären Augenblicks geborene Form in ihrer oft bedenkenlosen und launigen Art nicht durch literarischen Schliff getötet worden.
  • U n s e r e   S t i m m e n   s a g e n   "J A !"
    zu allem Keimenden und Werdenden.

    Berlin, im November 1919
  • Fragen, die der Klärung bedürfen
  • I.
    Lehrprogramm
    Welche Maßnahmen werden für geeignet gehalten, eine gründliche Reform der Ausbildung für alle bildnerische Tätigkeit zu erreichen?
  • II.
    Staatliche Unterstützung
    Nach welchen Gesichtspunkten hat der sozialistische Staat Mittel für künstlerische Fragen und Unterstützung der Künstler zur Verfügung zu stellen? (Ankaufe, Landes-Kunstkommissionen, Museen, Schulen, Ausstellungen usw.)
  • III.
    Siedelungswesen
    Welche Forderungen sind an die Staatsleitung zu richten, damit Gewahr gegeben ist, daß die in den kommenden Jahren entstehenden Siedelungen nach weitgesteckten kulturellen Gesichtspunkten angelegt werden?
  • IV.
    Abwanderung der Künstler ins Handwerk
    Wie kann erreicht werden, daß die breite Masse des Kunstproletariats fur das Handwerk gewonnen wird und bei der drohenden wirtschaftlichen Katastrophe dem Untergang entgeht?
    Welche Forderungen mussen an den Staat gerichtet werden, daß der Nachwuchs von vornherein Ausbildung auf rein handwerklicher Grundlage erfährt?
  • V.
    Der Künstler im sozialistischen Staat
  • VI.
    Kunstausstellungen
    Welche neuen Wege sind geeignet, um das Volk wieder für das Gesamtkunstwerk - Architektur, Plastik und Malerei in ihrer Vereinigung - zu interessieren?
    Staatliche Probierplatze anstelle Salon-Kunstausstellungen.
  • VII.
    Wie können die Künstler der verschiedenen Kunstzweige gegenwärtig einen Zusammenschluß und eine Einheit bilden?
  • VIII.
    Farbbehandlung des Stadtbildes
    Gedanken für farbige Behandlung des Stadtbildes, bunte Hausanstriche, Bemalung von Fassaden und Innenräumen, Beseitigung des Rahmenbildes.
  • IX.
    Gestaltung öffentlicher Bauten durch Künstler
    Welche praktischen Forderungen mussen dem Staat gegenüber erhoben werden, damit die öffentlichen Bauten von den Künstlern gestaltet werden, anstatt wie bisher von Technikern und Baubeamten?
  • X.
    Einklang mit dem Volk
    Welche Wege sind geeignet, die Bestrebungen der modernen Künstler in Berührung und Einklang mit dem Volk zu bringen?
  • XI.
    Welche Vorbereitungen mussen getroffen werden, um das in der Stille vorbereitete Material im geeigneten Augenblick an die Öffentlichkeit zu bringen?
    Vorbereitung von Presseartikeln, Vorträgen, Ausstellungen, Sicherung von genügend vielen Preßorganen für diesen Zweck.
  • XII.
    Welche Wege sind einzuschlagen, um möglichst lückenlose Verbindung mit gleichgesinnten ausländischen Künstlergruppen zu erzielen?
  • XIII.
    Stellungnahme zur Anonymität des Künstlers in seinen Werken
    Signet statt Namenszug.
  • BIBLIOGRAPHICAL REFERENCE
    [Excerpt from the Manifesto of the Arbeitsrat für Kunst] Handbill, November 1919. Reprinted in Die zwanziger Jahre. Manifeste und Dokumente deutscher Künstler / herausgegeben und kommentiert von Uwe M. Schneede (DuMont Buchverlag : Köln 1979) 74-76.
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  • IMAGE CREDITS
    banner: (detail) Raoul Hausmann, 'Mechanischer Kopf' (Der Geist unserer Zeit), 1920 [Collection Centre Georges Pompidou, Paris].
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