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    banner: (detail) Raoul Hausmann, 'Mechanischer Kopf' (Der Geist unserer Zeit), 1918 [Collection Centre Georges Pompidou, Paris]

theo van doesburg

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  • [Editorial] N° 1
  • Der Gegensatz zwischen der neuen Gestaltung (in der Kunst) und in der gestrigen Kunst ist prinzipiell. Wir wollen ihn nicht überbrücken, sondern vertiefen.
  • Der Überdruß an der alten Kunsterei und die Tatsache vitaler menschlicher Interessen bilden die Voraussetzung einer neuen Gestaltung. Unsere "Gefühle" hindern uns daran, das für uns wahrhaft Wesentliche zu sehen. Vorurteilslosigkeit, auch den heiligsten Traditionen gegenüber, ist notwendig. Die Tendenz der Kunsterei wie des Lebens heute ist individualistisch und gefühlsmäßig.
  • Methodisch und unpersönlich zu handeln ist heute ein Kulturproblem. Die Kunst kämpft seit zwei Generationen darum (Überwindung klassischen Vorurteils, des Humanismus, des Mittelalters).
  • Die Grundforderung elementarer Gestaltung ist Ökonomie. Reines Verhältnis von Kraft und Material.
  • Das bedingt elementare Mittel, völlige Beherrschung der Mittel. Elementare Ordnung, Gesetzmäßigkeit.
  • In Frankreich, dem Land der künstlerischen Tradition, kam man zur Auflösung des Bildgegenstandes; in Holland ("Stijl") und in Rußland (Konstruktivisten und Malevics-Tatlin) zur praktischen Arbeit - in Deutschland haben die letzten Konsequenzen bisher offenbar nur die Meinung erweckt, es handle sich wieder einmal um einen neuen Ismus, und zwar um einen von seltener Barbarei und Roheit - nämlich was das Gefühlsmäßige anbetrifft.
  • Es scheint uns ganz unmöglich, daß es nicht auch in Deutschland mehr Künstler gibt, die aus innerer Notwendigkeit den Kunstbetrieb aufgeben, um sich praktisch und theoretisch grundsätzlichen Aufgaben zu widmen. Wir haben zwar hier vielleicht nicht, wie in Holland, große Baumöglichkeiten, oder wie in Rußland Möglichkeiten für die Ausführung aller modernen Dinge überhaupt, aber bisher ist ja hier auch nicht einmal die Forderung zur Grundsätzlichkeit gestellt worden. Diese Forderung muß erhoben werden.
  • Jede Arbeit besteht durch eine andere. Niemand kann heute etwas leisten, ohne von seinem Nachbarn oder Feinde zu lernen.
  • Subjektive Einstellung ist in allen Lebensgebieten ruinös und die eigentliche Ursache aller Katastrophen - in der Kunst auch. Die neuen Künstler handeln kollektiv.
  • Wir werden zunächst theoretisch und praktisch auseinandersetzen, was unter elementarer Gestaltung, Gesetzmäßigkeit, Kollektivität, Aufgaben etc. zu verstehen ist; und das durch unsere eigenen Arbeiten und die ausländischer Kameraden belegen.
  • Unsere Aufgabe ist destruktiver und konstruktiver Natur. Das klassische Vorurteil, die Grundlage der vergehenden Kunst, muß zerstört werden. Dann bilden sich neue Neigungen und Bedürfnisse.
  • Die elementare Aufgabe des schöpferischen Menschen heißt nicht nur: den Neigungen und Bedürfnissen der Zeit entsprechen, sondern vor allem: neue Neigungen und Bedürfnisse schaffen. Es handelt sich also nicht um eine neue Richtung, die wir vertreten. Wir wenden uns auch nicht an Kunstliebhaber, sondern allgemein an Menschen, die Grundsätzliches lieben, in der Kunst, wie in allen Zusammenhängen des Lebens.Von solchen können wir erwarten verstanden zu werden in dem Willen, das Problem der Kunst nicht vom ästhetisierenden, sondern vom allgemein kulturellen Standpunkt aus zu lösen.
  • Wir brauchen keine Schönheit, die als Schnörkel an unserem (exakt orientierten) Sein klebt, sondern innere Ordnung unseres Seins. Wer die Zusammenhänge bildet, wer die Mittel des Gestaltens vertieft und organisiert, schafft neues Leben und Überfluß
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  • BIBLIOGRAPHICAL REFERENCE
    Theo van Doesburg, Werner Graeff, Hans Richter, [editorial], in G. Material zur elementaren Gestaltung No. 1 (July 1923) 1. Also: Werner Graeff, 'Über die sogenannte »G-Gruppe«', in werk und zeit Nr. 11 (1962); translated in English: 'Concerning the So-Called G Group', in Art Journal 23 (Summer 1964) no. 4, 280-282.
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